Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit

… sollte man eigentlich von seiner Gemeindeverwaltung erwarten. Komisch nur, dass ausgerechnet von dort nun der Vorschlag kommt, sich in eine Abhängigkeit zu begeben. Warum? Ja, wegen des lieben Geldes und angeblich wegen des Risikos.

Man schlägt vor mit einem deutschen Großkonzern – dessen bisher favorisiertes Geschäftsmodell übrigens auf dem absteigenden Ast ist – eine gemeinsame Firma zu gründen. Die soll dann dafür sorgen, dass einige noch freie städtische Dächer Strom erzeugen und die Stadt davon ein bisschen Ertrag bekommt.

Wer es im ganzen nachlesen will: [Klick!]

Mir ist die Einschätzung der Verwaltung nicht einleuchtend. Zum einen hat man dann immer einen Partner an Bord. Ist also nicht völlig unabhängig. Zum anderen verstehe ich den Vorteil der angeblich günstigeren Kredite nicht. Wenn man Kredite für das Vorhaben zwingend braucht, dann muss man es eben zurück stellen bis ausreichend Mittel da sind. Dann macht es auch nichts, wenn weiniger Ertrag rein kommt. Denn den muss man ja dann nicht noch teilen.

Ganz besonders stösst mir der Begriff des “organisatorischen Riskos” auf. Der klingt für meine Ohren erst mal nach “Oh, jetzt müssen wir in der Verwaltung den Finger aus dem Popo ziehen und uns selber drum kümmern. Hätten wir das mal lieber abgeschoben.”

Also ich würde das ganze für wesentlich nachhaltiger halten, wenn es komplett in der Hand der Gemeinde bleiben würde. Damit wird es auch gleichzeitig unabhängig. Und dann dauert es eben ein wenig länger bis es realisiert ist. Das ist aber allemal besser, als jetzt für die Hälfte des Ertrages den Bock noch in den eigenen Garten ein zu laden.

Unnütz Geld verbuddelt

Also so richtig klamm, können die Kassen in Stadt, Kreis oder Land ja noch nicht sein. Immerhin ist noch welches da, was man auf freiem Feld in den Boden buddeln kann.

Wer es denn nun genau war, ist nicht so einfach zu sagen. Dazu müsste man wissen, wem die Feldwege rund um die Straße nach Altrich oder die ehemalige Bahnstrecke gehören. Was man aber mit gesundem Menschenverstand relativ schnell sagen kann, ist das es ziemlich unsinnig ist, dort die Wege mit Teer zu befestigen. Ein Feldweg funktioniert für Radfahrer, Fußgänger und landwirtschaftliche Fahrzeuge auch ganz gut, wenn er nicht geteert ist. Vom Schaden für die Natur durch das Versiegeln der Flächen mal ganz abgesenen.

Aber mir kann keiner erzählen, dass die Straßenbaufirma mti den grün-roten Autos das aus reiner Nächstenliebe getan hat. Die nehmen sicher harte Währung dafür. Und nun wüsste ich ja mal gerne, wieso man nun diese abgelegenen Wege mit so hoher Priorität eingestuft hat. Es gibt doch sicherlich dutzende andere Projekte für die man Geld hätte ausgeben können.

Warum dann ausgerechnet diese Feldwege teeren?

Unsinnige Zählung

Heute morgen waren in Hetzerath an mehreren Stellen Leute in Warnwesten zu sehen. Ganz offenbar waren die dabei, den Verkehr zu zählen.

Ich frage mich, welchen Sinn das macht. Derzeit ist eine Baustelle auf der parallel verlaufenden Autobahn an der es sich jeden Morgen staut. Wer sich nur ein bisschen auskennt, wird bis zur Anschlussstelle Föhren fahren.

Also ist das Ergebnis dieser Verkehrszählung sicherlich verzerrt.

Sowas müsste man sofort anzeigen!

Ich bin ja ein sehr ruhiger, gelassener und besonnener Zeitgenosse – denke ich jedenfalls. Aber manchmal da werd ich auch richtig böse. Vor allem dann, wenn ich sowas wie in diesem Volksfreund-Artikel [Klick!] lese. Da platzt mir der Kragen. Da müsste man sofort ein Gericht anrufen und diesem Unsinn ein Ende bereiten!

Der Hundezählung? Nein, natürlich nicht, dagegen habe ich nichs. Kontrolle ist eben besser als Vertrauen. Was mir die Zornesröte ins Gesicht treibt, ist das Gebaren der Verwaltung. Erstens ist es überhaupt nicht ein zu sehen, mit dieser Kontrolle eine externe Firma zu beauftragen. Es gibt doch das Ordnungsamt und – soweit mir bis zum heutigen Tag bekannt ist – dort zwei entsprechende Vollzugbeamte. Und selbst, wenn die nicht reichen sollten, kann man bestimmt von anderer Stelle unterstürzung bekommen. Dauert zu lange? Ja und? Die Sache hat doch Zeit. Wenn jeden Tag ein Strassenzug kontrolliert wird, ist man auch irgendwann fertig.

Das gleiche gilt übrigens auch für die Erfassung der Wittlicher Straßen. Da ist auch eine Fremdfirma – nicht sogar die gleiche? – beauftragt worden. Als würden die Strassen weg laufen und es gäbe kein Kastasteramt und keine Tiefbauabteilung in der Stadt und sonst auch niemanden der da mit helfen könnte. Also auch dieses Projekt könnte man mit ein bisschen gutem Willen nun wirklich selber stemmen.

Und die absolute Frechheit ist die Aussage zum Vertrag. Wie kann sich bitte eine Verwaltung unterstehen, einen Vertrag zu unterzeichnen in der eine Verschwiegenheitsklausel ist? Ist die Bedeutung des Wortes “Transparenz” noch nicht in der Wittlicher Stadtverwaltung angekommen? Das lässt ja nur den Schluß zu, dass man sich bereits bei der Entscheidung für den Dienstleister der Tatsache bewusst war “Wenn wir das vergeben, wollen die Bürger sicher wissen, ob sich das rechnet.”, oder? Klingt für mich, als hätten an genau deiser Annahme Zweifel bestanden. Ein Grund mehr, die Sache in die eigene Hand zu nehmen. Dennoch eine unglaubliche Arroganz, in Zeiten von WikiLeaks und Stuttgart21 noch so zu tun, als könnte man sich hinter verschlossenen Türen alles erlauben und müsste den Bürgern keine Auskunft geben.

Ganz nebenbei fällt mir da noch die Frage ein, ob man da nicht auch eine Ausschreibung hätte machen müssen. Vielleicht wären da ja sogar heimische Firmen zum Zug gekommen.

Alles in allem macht mich das Verhalten der Verwaltung wütend. Was man selber könnte wird vergeben und dann hüllt man sich noch über die kosten in Schweigen. Wenn ich die Stelle in der Gemeindeordnung finde, die das ausschliesst, werde ich das sofort anzeigen. Irgendwo ist auch meine Geduld mal am Ende.

Belebt Konkurrenz das Geschäft?

Wenn das stimmt, ist es vielleicht gar nicht so schlecht das Mehrgenerationen-Haus zu erhalten. Dann müsste halt ein neues Haus her, aber das ist ja eine lösbare Aufgabe.

Wenn der Spruch mit der Konkurrenz nicht stimmt, dann frage ich mich, wieso es das noch geben muss. Denn dann würden sich doch sicher alle wünschen, dass die diesbezüglichen Aktivitäten im neuen Stadteil gebündelt werden. Da wird es, wenn man den Plänen glauben schenken darf, mehr als ein Haus für die Begebnung der Generationen geben. Und wenn sich alle 417 Unterstützer der Idee dort engagieren, dann wird das auch ein Erfolg.

Wasch mich, aber mach mich nicht naß

So, so. Langsam aber sicher wird der Verkehr in der sogenannten Oberstadt zu viel? Ja, das hätte ich schon vor 15 Jahren sagen können. Und da stand der Konsumtempel noch nicht an der Stelle des ehemaligen Brückenkopfes. Aber wie, wenn nicht mit dem Auto, sollen denn die so gerne gesehenen Kunden da hin kommen? Vor allem die von ausserhalb. Die umliegenden Ort könnte man ja mit ein bisschen Mühe mit dem Bus anbinden. Da ist ja noch Luft nach oben, dazu habe ich mich an anderer Stelle ja schon mal ausgelassen.

Aber wir haben ja “überregionale Strahlkraft” – habe ich jedenfalls gehört. Diesen Begriff sollen sowohl Mitglieder des Stadtrates als auch ortsansäßige Unternehmer schon in den Mund genommen haben. Also irgendwie müssen die Kunden ja zu uns kommen. Da die Schienenverbindung gekappt ist, bleibt ja nichts anderes als der Personenkraftwagen. Das gleiche gilt ja auch für die vielen Arbeitnehmer – weil wir doch so viele Arbeitsplätze haben.

Nur hat die Sache einen Haken, sowohl Arbeitnehmer als auch Kunden verursachen nun mal Verkehr. Auf der einen Seite will man beide locken, auf der anderen Seite den Verkehr los werden. Irgendwie scheint das nicht so richtig lösbar. Die Gedanken hätte man sich doch machen können, bevor man den häßlichen Klotz in die Schloßstraße hat setzen lassen. Was glauben Sie wohl, was die Mieter dort sagen, wenn die Verwaltung beginnt, die Verkehrsströme in diese Richtung ab zu graben?

Wie schon so oft, war es gut gemeint aber nicht gut gemacht oder einfach nicht bis zum Ende durchdacht. Denn egal auf welche Seite ihr den Verkehr jetzt lenkt: die Innenstadt wird dadurch noch einsamer. Der einzige der sich vielleicht freuen könnte, wäre der gemeinsame Inhaber von Hela und dem im Bau befindlichen Globus-Baumarkt. Denn wenn ihr den Verkehr am Umspannwerk vorbei in die Stadt leitet, dann ist ja klar, dass der Hela schliesst, sobald der Globus fertig ist und in den Hela dann ein Globus-Lebensmittelmarkt kommt. Weil einfacher kann man die Kunden ja nicht abfangen.

Und eines ist beim neuen Konzept auch nicht bedacht worden. Es gibt Ströme, die sich gar nicht viel anders lenken lassen. Der Verkehr zum Krankenhaus wird immer über die Kurfürstenstrasse gehen müssen. Die Strecken der Busse ja auch. Was vielleicht ein wenig helfen könnte, ist die Fehlplanung am ZOB zu korrigieren und den vernünftig in den Kontext der Umgebung zu setzen. Das würde sicherlich auch entlasten.

Und wenn das Land schon keinen Passivhaus-Standard für das neue Rathaus genehmigt, dann aber vielleicht Schallschutz-Fenster für die Büros auf der Strassenseite. Denn irgendwie kommt es mir so vor, als wäre die ganze Sache nur deswegen auf einmal im Blickfeld. Übrigens ist doch da schon eine “versuchsweise Verkehrsbehingerung” als gesetzt zu betrachten: diese Baustelle wird ja sicher ein wenig die Straße verengen, oder?

Aber egal. Ich komme vom Thema ab. Fakt ist, wer Kunden und Arbeitnehmer will, muss auch die Blechlawine zähmen oder eben vermeiden. Die Möglichkeiten zum Vermeiden in Gestalt vom ÖPNV hat man entweder verhindert (Schiene) oder verbaut (ZOB). Bleibt also noch eine Umverteilung auf die verschiedenen “Eingänge” der Stadt. An und für sich eine gute Idee, wenn sie mit einer Gewissen konsequenz durchgeführt wird. Aber eben auch die Gefahr, dass die Läden an den Rändern diese Zustöme abfangen werden.

Na, mal sehen, wie sich das entwickelt.

Der Datenkrake in die Arme getrieben

So, ist es jetzt also auch hier so weit. Ohne Gesichtsbuch, Zwitscher und Konsorten ist man beim Volksfreund aufgeschmissen. Kein Kommentar mehr ohne Registrierung bei einer der Datenkraken.

Wirklich erstaunlich, dass man die Zeitung überhaupt noch in Papierform abonieren darf, ohne einen DE-Mail zugang zu haben. Mein Gott, wie will denn der Zeitungsbote jetzt meine Identität feststellen?

Verkehrszählung in Platten

Auf der TV-Webseite gefunden:

Verkehrsbelastung in Platten: Fakten statt Manipulation

Platten. Mehr als 10 000 Fahrzeuge sind täglich in der Lieserstraße in Platten unterwegs. Dar auf weist Ortsbürgermeister Alfons Kuhnen in einer Pressemitteilung hin.

Diese Zahlen belegt er mit Ergebnissen, die mit einer mobilen Geschwindigkeitsmessanlage gesammelt worden sind. Er verwehrt sich gegen die Behauptung in einem Leserbrief, wonach wohl nur 1000 Fahrzeuge durch den Ort fahren würden. Statt ehrenamtlich Arbeitende der Manipulation zu bezichtigen, empfiehlt er, Anwohner der Lieserstraße nach der tatsächlichen Verkehrsbelastung zu befragen oder vor Ort selbst zu zählen.

Kuhnen verweist zudem auf eine Informationsveranstaltung des Landebetriebs Mobilität vor einigen Tagen. Dort waren als Ergebnis einer aktuellen Verkehrsuntersuchung für den Streckenabschnitt der B 50 neu von der A 1 bis zum Kreisel Platten durchschnittlich 26 000 Fahrzeuge, für den Streckenabschnitt Platten – Lösnich 25 100 genannt worden. Dies sei auch im Internet einschließlich der Entlastungseffekte für die B 53 und mehrere Landesstraßen nachzulesen unter  www.hochmoselueber gang.rlp.de/faq.html#5 har

Ist ja alles schön und gut, geht aber am Problem vorbei. Die Lösung für das Platten-Problem ist ja nicht der Hochmoselübergang. Wer durch Platten fährt, will offenbar in Richtung Osann oder Mülheim. Wer nach Zeltingen oder Bernkastel will, fährt eh daran vorbei. Da wäre doch eine Anbindung der Wengerohrer Ortsumgehung an den neuen Kreisel hinter Altrich die wesentlich bessere Lösung. Von dort aus kann man beides über die L47 schnell erreichen. Da braucht es keinen Hochmoselübergang, nur eine Querung der Lieser zwischen Wengerohr und Platten, ein Stückchen Strasse in Richtung Kreisel Altrich und fertig. Das hat ja mal als Argument pro Hochmpselübergang gar kein Gewicht.
Ganz im Gegeteil, es würde endlich mal die Ausgabe für die neue Brücke bei Altrich und den dortigen Kreisel rechtfertigen. Für die wenigen, die von Altrich nach Klausen wollen, kann das ja nicht allein gewesen sein, oder?

St. Paul – von allen guten Geistern verlassen

So, hat es nun begonnen, das Schauspiel um die schönen Bauten, neuen Gebäude, renovierten Keller und später leer stehenden Zimmer. Mich würgt es ja, wenn ich so lese was die Herren Geschäftsführer – oder sollte man besser sagen “Anderer-Leute-Geld-Ausgeber” – so von sich geben.

Wir sind bereit zu investieren.

Dabei würde ich eine Kiste Bier wetten, dass kein einziger Cent eines Herrn Lichter in diesem Projekt steckt. Schlimmer noch, weil es das Risiko des Scheiterns deutlich erhöht, es wird jede Menge fremdes, sicherlich geliehenes Geld in dieses Projekt gesteckt. Also wie in der großen Wirtschaft auch. Anderer Leute Geld verbrennen, Lob und hohes Gehalt einstecken und bei Mißerfolg schnell zur nächsten Weide. Das nennt man gemeinhin Heuschrecke.

Was mich hier im besonderen stört ist dieses undurchdringliche Dickicht von Gesellschaften und Betreiber. Kann irgendjemand genau sagen, wem da was gehört und wer für was verantwortlich ist? Genau so wenig kann ich verstehen, wieso Kloster Machern nun einen neuen Pächter braucht? Läuft es da schon schlechter, dass gewissen Leute so langsam ihren Abschied vorbereiten wollen?

Aber auch die Auslegung des Projektes als solches, findet nicht meinen Beifall. Wir haben in Wittlich mehrere Hotels, teilweise auch mit Sternen. Sind die alle so überbelegt, dass wir ein weiteres brauchen? Haben wir nicht genug leer stehende Aussengastronomie in der Stadt? Wäre es für das Zusammenwohnen mehrerer Generationen nicht wesentlich besser, wenn es sich näher am Dorf abspielen würde und nicht mitten auf dem Feld? Also ich kann in keiner der geplanten Einrichtungen einen wirklichen Fortschritt erkennen. Nichts, was wir nicht schon irgendwo hätten. Und wieso sollte es erfolgreicher sein als in der Stadt.

Alles in allem, die gleiche Masche, wie sie hundertfach in der Wirtschaft abläuft. Ich nehme Geld, was mir nicht gehört, suche mir ein schönes Plätzchen und begeistere die kommunale Verwaltung mit dem Super-Argument “Arbeitsplätze” für ein wahnwitziges Projekt. (Dabei gilt, je größer die angebliche Investitionssumme, desto besser. Man eifert ja schliesslich Dubai nach.) Dann stellt man dort ein paar überteuerte Bauten auf, stellt die versprochenen Leute ein und jammert wenige Monate später, daß die böse Bundesregerung, oder das Wetter oder die Konjunktur oder sonst wer (aber niemals man selber) Schuld daran hat, daß dies alles viel mehr Geld kostet als geplant. Dann muss man Teile schliessen und Leute entlassen. Am Ende bleiben die Bauruinen übrig und die Heuschrecken sitzen auf dem nächsten Bauernhof. Das einzig neue hier ist, diese kommen wohl hier aus der Gegend und nicht von ganz so weit weg.

Profitiert haben dann die Herren Geschäftsführer und Planer. Die Menschen in der unmittelbaren Nachbarschaft würden lieber friedlich am See durch die Felder spazieren gehen.

Mehrgenerationen Koma-Saufen?

Da ist mir doch heute eine Werbung ins Auge gefallen, die unpassender nicht sein könnte. Also auf der einen Seite habe ich ja nichts dagegen, Kräfte zu bündeln oder eigene Standorte für Werbung zu nutzen. Aber ich finde, dass der Hinweis auf ein Oktoberfest weder was an einer Zufahrt zu einer Kirche zu suchen hat, noch unter dem Schild für ein Mehrgenerationen-Haus. Ich weiss nicht, was sich derjenige dabei gedacht hat. Vermutlich nix.