Was Schaeffler im großen, hat nun die Firma Mohr im kleinen hin bekommen. Auf Expansionskurs gegangen, Übernahme gestartet, auf große Volumina gesetzt, das Heil in der Masse gesucht und dann bei Ausbleiben der Auslastung ins Straucheln geraten. Kasse leer, Firma kaputt. Wenn der Kauf mit Erspartem oder Eigenkapital getätigt wurde, haben die Lieferanten vielleicht Glück. Wenn nicht, und alles war auf Kredit finanziert, müssen sie auf eine gute Quote im Insolvenzverfahren hoffen. Nicht zuletzt reisst das auch wieder ein kleines Loch in die Kasse der Bank, die das finanzert hat.
Was mich regelmäßigen an diesen Geschichten fasziniert ist, was wohl die Motivation der Handelnden ist. Man kann es sich einfach machen und behaupten: reine Habgier! Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob das in allen Fällen zutrifft. Naja, vermutlich werden wir das auch so schnell nicht in Erfahrung bringen.
Ich halte ja gar nichts von diesem allgegenwärtigen “die Masse macht’s”. Mir wäre es doch hundert Mal lieber, ich könnte sagen, “Tut mir leid, Ihren Auftrag können wir nicht annehmen, wir sind ausgelastet.”, als mit Eurozeichen in den Augen mein Heil in de Expansion zu suchen. Ja, werden jetzt die einen oder anderen sagen, wenn Du den Auftrag nicht willst, nimmt ihn jemand anderes. Ok, von mir aus. Gönne ich ja meinem Wettbewerber auch. Wieso nicht? Immer noch besser, als mit geliehenem Geld Kapazitäten aufzubauen, die beim kleinsten Windhauch umfallen. Dann muss ich ja auch noch die Zinsen mit erwirtschaften!
Und wer ist Schuld? Na, wir alle. Weil wir einfach nicht mehr die Zeit haben zu sagen, “Ok, dann dauert es halt, bis ihr liefern könnt.”. Weil wir alle uns haben einreden lassen: es steht ein Dutzend anderer vor der Tür, die das gleiche können. Und noch billiger. Und wenn wir darauf anspringen, ist das der Beginn einer Abwärtspirale. Wo das hin führt, merkt GM gerade am eigenen Leib.